20. Oktober 2010

 

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Rundfunk Berlin Brandenburg berichtet:  Nächstenliebe ist etwas für die Fassade

Kirche als Arbeitgeber


Dienst am Nächsten ist auch in kirchlichen Einrichtungen eine Dienstleistung geworden, die aber dort sehr gering entlohnt wird. Vor allem deshalb, weil die Kirchen nicht an das Tarifrecht gebunden sind und auch kein Streikrecht für Mitarbeiter existiert. Das Diakonische Werk der evangelischen Kirche hat sich in diesem Jahr die Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung auf die Fahnen geschrieben. Zu diesem Thema finden zahlreiche Tagungen und Kongresse statt. Doch ausgerechnet jetzt gerät die Diakonie selbst in die Schlagzeilen.

Gewerkschaften und Mitarbeiter-Vertretung werfen ihr Lohndumping vor. Laut Ver.di verdienen viele Beschäftigte in den Pflegeheimen, Krankenhäusern und Sozialstationen der Diakonie bis zu 15 Prozent weniger als in vergleichbaren kommunalen Einrichtungen. Vor allem Hilfskräfte müssten nicht selten ihr Gehalt mit Hartz-IV aufstocken, weil sie vom Lohn der Diakonie allein nicht leben können. Ein weiterer Vorwurf: Viele diakonische Einrichtungen gründen eigene Service-Gesellschaften, um Arbeiten auszulagern. Die Mitarbeiter dort würden dann deutlich schlechter bezahlt als die Stammkräfte. Außerdem beschäftigt die Diakonie Zeitarbeiter, die sie von eigenen Tochterfirmen ausleiht. Bei den Beschäftigten wächst der Ärger, aber ihre Proteste bleiben machtlos. Der Grund: Mitarbeiter in kirchlichen Einrichtungen besitzen kein Streikrecht. Das ist nicht mehr zeitgemäß, sagt der Berliner Arbeitsrechtler Jürgen Keßler.

 

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Der Beitrag von A. Vogtmeier in der WAS Ausgabe vom 18.10.2010    

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