Arbeitgeber verweigern angemessene Bezahlung und Entlastung



Die Arbeitsrechtliche Kommission des Diakonischen Werks Mitteldeutschland hat sich am Donnerstagabend (31. Mai 2018) nicht auf Verbesserungen für die rund 30.000 Beschäftigten einigen können. »Die Arbeitnehmerseite in der Kommission hat ein Forderungspaket eingebracht, das die Angleichung der Bezahlung an die Diakonie Deutschland und dringend nötige Maßnahmen zur Entlastung enthält. Leider haben die Arbeitgeber das abgelehnt«, erklärte Steffen Podstawa, Arbeitnehmervertreter in der Kommission und deren stellvertretender Vorsitzender. Die diakonischen Arbeitgeber seien nicht einmal bereit gewesen, eine verbindliche Zeitschiene zur Umsetzung des geforderten Pakets zu vereinbaren. Die Arbeitnehmerseite fordert neben der vollständigen Angleichung der Entgelttabellen, der Arbeitszeiten und des Urlaubsanspruchs an das Niveau der Diakonie Deutschland (AVR-DD) unter anderem zusätzliche freie Tage für ältere Beschäftigte, verlässliche Arbeitszeiten sowie die Abschaffung sachgrundloser Befristungen. Zudem müssten die in der Kommission festgelegten Regelungen für alle gut 1.700 Einrichtungen der Diakonie in Mitteldeutschland verbindlich sein.

»Mit ihrer Zustimmung zu diesem Paket hätten die Arbeitgeber beweisen können, dass sie es ernst meinen mit Fürsorglichkeit und Anerkennung«, sagte Edda Busse, die Mitglied der Arbeitsrechtlichen Kommission und der Mitarbeitervertretung (MAV) im Johanniter-Krankenhaus Genthin-Stendal ist. »Stattdessen haben sie ein Angebot vorgelegt, das den Abstand zur Diakonie Deutschland perspektivisch noch vergrößern würde.« Die Arbeitgeberseite bot lediglich eine Lohnerhöhung von insgesamt 7,5 Prozent in drei Jahren an. »Damit würden die Beschäftigten der Diakonie Mitteldeutschland weiter abgehängt, obwohl sie die gleiche wichtige und belastende Arbeit machen wie ihre Kolleginnen und Kollegen im Rest des Landes«, kritisierte Busse. Die Arbeitnehmerseite werde nun über das weitere Vorgehen beraten. Nach der Ablehnung der Anträge können beide Seiten den Schlichtungsausschuss anrufen.