Offener Brief an führende Vertreter in Kirche und Diakonie

mit einem offenen Brief  an die führenden Vertreter in Kirche und Diakonie lädt der Gesamtausschuss der Mitarbeitervetretungen zu Gesprächen über die Arbeitsrechtsezung in der Diakonie Mitteldeutschland ein.


 

Sehr geehrte Frau Landesbischöfin Junkermann,

sehr geehrte Frau Präsidentin Andrae und Mitglieder des Landeskirchenrats,

sehr geehrte Oberkirchenräte und Kirchenräte der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland,

sehr geehrte Geschäftsführer und Vorstände diakonischer Einrichtungen,

sehr geehrte Mitarbeitervertreterinnen und Mitarbeitervertreter,

liebe Kolleginnen und Kollegen,

sehr geehrte Damen und Herren,

 
im letzten Jahr wurde eine Umfrage unter den Beschäftigten in den diakonischen Betrieben durchgeführt, in welcher die Arbeitssituation in den einzelnen Bereichen bewertet werden sollte und wie die Beschäftigten zur Frage eines Tarifvertrages für die Diakonie Mitteldeutschland stehen. Gleichzeitig war auch die Frage nach der Höhe einer Entgeltsteigerung gestellt worden.
Die Umfrage wurde leider teils massiv in den Einrichtungen behindert, Mitarbeitern wurde gedroht, sie könnten mit Repressalien rechnen, falls sie an der Umfrage teilnehmen sollten.

Um eine solche Umfrage durchführen zu können, ist der GAMAV weder logistisch noch personell ausreichend ausgestattet. Die gewünschten Informationen von den Mitarbeitenden der Diakonie erschienen dem GAMAV wichtig, deshalb wurde beschlossen, die Gewerkschaft ver.di um Hilfe zu bitten.
Es ist dem GAMAV schon seit vielen Jahren eines der wichtigsten Anliegen, die Arbeitsrechtssetzung in der Diakonie mittels Tarifvertrag zu gestalten.
Den Auftrag dazu hat der GAMAV mehrfach durch Beschlüsse in Delegiertenversammlungen erhalten.

Unser Ziel ist es, daß der Diakonische Dienstgeberverband und die Gewerkschaft ver.di einen Tarifvertrag für alle Beschäftigten der Diakonie in der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland abschließen. Dann könnte versucht werden, diesen Tarifvertrag für allgemeinverbindlich erklären zu lassen (§ 5 Tarifvertragsgesetz). Anderenfalls können die sozialstaatlichen Mechanismen zum Schutz von Arbeitnehmern gegen Lohndumping nicht greifen. Mit Hilfe von einem allgemeinverbindlich erklärten Tarifvertrag kann dem Unterbietungswettbewerb, der zunehmend bei den sozialen Diensten zu beklagen ist, endlich ein Riegel vorgeschoben werden.

Obwohl die Gesetzgebung der Diakonie einen kirchengemäßen Tarifvertrag ausdrücklich zuläßt, sind die Vorstände des Dienstgeberverbandes sowie des Diakonischen Werkes in Mitteldeutschland zu Gesprächen mit uns und der Gewerkschaft ver.di nicht bereit.

Diese Blockadehaltung macht eine zukunftsorientierte Arbeitsrechtssetzung für die Beschäftigten in der Diakonie derzeit leider unmöglich.

Tarifverträge werden im Übrigen nicht nur von einigen Wenigen gefordert. In der oben erwähnten Umfrage haben sich 97% der Befragten für einen Tarifvertrag in der Diakonie Mitteldeutschland ausgesprochen. Über 60 % der Befragten forderten in der Umfrage eine prozentuale Lohnerhöhung von 5%. Beide Anliegen hat der GAMAV mit der Dienstnehmerseite der Arbeitsrechtlichen Kommission (ARK) in der Diakonie Mitteldeutschland besprochen.

Ein Antrag, der beide Forderungen enthält, wurde von der Dienstnehmerseite in die ARK DW EKM zur Abstimmung eingebracht.

Ein Ergebnis hierzu steht derzeit noch aus.

Wir möchten Sie zum Dialog und um Unterstützung über die geschilderten Anliegen einladen, um gemeinsam starke und wirtschaftlich gesunde Unternehmen in unserer Diakonie Mitteldeutschland zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

für den Gesamtausschuss der Mitarbeitervertretungen

in der Diakonie Mitteldeutschland,

 

Edda Busse

Vorsitzende des GAMAV