Guter Bericht - falsche Schlussfolgerung

betteln - nein danke

Unter http://www.diakonie-ark-dienstnehmerseite.de/ berichtet ein "Dienstnehmervertreter" aus der Arbeitsrechtlichen Kommission Diakonie Deutschland und der Schlichtungsverhandlung zu den aktuellen Absenkungsanträgen.
Der Bericht ist informativ. Nur leider  geht der Schreiber am Ende von einer falschen Annahme ("... Abwehrmöglichkeiten hat die Dienstnehmerseite nicht; das Streikrecht wurde ja vom Bundesarbeitsgericht vor Jahren kassiert und im letzten Jahr vom Bundesverfassungsgericht so bestätigt. ...") aus und kommt so auch zu einer falschen Schlussfolgerung ("Nun bleibt den diakonischen Dienstnehmern tatsächlich nur noch das kollektive Betteln ..." ).

Was ist richtig?

Das Bundesarbeitsgericht hat beschlossen, dass es den Kirchen erlaubt ist Streiks zu verbieten, wenn sie bestimmte Anforderungen mit ihrem Arbeitsrecht erfüllen (Verbindlichkeit, Einbeziehung der Gewerkschaften...).
Diese Bedingungen werden derzeit nirgens in der Bundesrepublik erfüllt. Deshalb darf die Kirche und die Diakonie derzeit auch keine Streiks verbieten.

Zu einem Streik darf nur eine Gewerkschaft aufrufen.

Daran hat wohl selbst der kirchliche Gesetzgeber gedacht, denn er hat ins Mitarbeitervertretungsgesetz ( § 33/1) geschrieben:

"Mitarbeitervertretung und Dienststellenleitung … … achten darauf, dass … … die Vereinigungsfreiheit nicht beeinträchtigt wird…"

MAV und Leitung achten also gemeinsam darauf, dass es niemandem verwehrt wird, sich gewerkschaftlich zu organisieren. 

Es liegt an jedem einzelnen, ob wir "kollektiv betteln", oder etwas für unsere Interessen tun wollen.