Das Märchen von der Ost- West-Angleichung Teil 1

oder: Die Unverbindlichkeit des "Dritten Weges"

Am 4. November 2011 wurde vom Schlichtungsausschuss für die Beschäftigten im DW EKM beschlossen,

 "... Der Bemessungssatz der Vergütung West wird für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter .... ... ab dem 1. Juli 2013 auf 96% ... ... angehoben".

Die Beschäftigten in der Diakonie hören nun immer von den beträchtlichen Lohnerhöhungen, welche sie doch bekommen und in welche man ja auch die Ost-West-Angleichung einrechnen muss. Es gibt aber immer wieder Beschäftigte, die nicht alles glauben, was man ihnen erzählt. Und als die dann angefangen haben nachzurechnen, trat erstaunliches zu Tage: Vergleicht man die aktuelle Tabelle des DW EKD mit der aktuellen Tabelle des DW EKM, so stellt man fest, dass wir nicht 96% sondern gerade mal 93,11% des Tabellenwertes-West erhalten!
Damit aber nicht genug. Lohn wird als Gegenwert für geleistete Arbeit verstanden. Wenn man also den Lohn vergleicht, muss man die gleiche Arbeitsleistung zu Grunde legen. Da im Bereich DW EKD und DW EKM aber unterschiedliche Wochenarbeitszeiten gefordert werden, kommen wir nicht umhin den Stundenlohn* zu errechnen und zu vergleichen.
Beim Vergleich des Stundenlohnes kommen wir dann auf den erstaunlichen Satz von 91 % !
1990 wurde unser Lohn auf ein Niveau von 90 % West festgelegt. In 23 Jahren ist es nun gelungen, ihn auf 91 % anzuheben.

Den Beschäftigten wird aber weiter verkündet, dass sie 96 % hätten. Und wenn sie nicht gestorben sind, sollen sie bis zum 1. Juli 2017 sogar 100 % haben!

* Die Berechnungsgrundlage für den Stundenlohn findet sich in § 9b Abs. 8 AVR   


Das Märchen von der Ost- West-Angleichung Teil 2

oder: Die Beliebigkeit des "Dritten Weges"

... Sie sind nicht gestorben !

Und weil sie immer noch leben hat die Arbeitsrechtliche Kommission nun neue Beschlüsse gefasst. Die Beschäftigten in der Diakonie sollen jetzt schon ab Juli 2014 98 % West erhalten und ab Juli 2015 ganze 100 %. Das ist sogar 2 Jahre früher, als es der Schlichter festgelegt hat.

Da soll noch einer sagen, so eine Arbeitsrechtliche Kommission bringe nichts Gutes.

Nur ....

... einen kleinen Haken hat die Sache doch. Wo sollen denn die armen Arbeitgeber so schnell das viele Geld her nehmen?
Deshalb hat die Kommission nun auch beschlossen, dass sie selber festlegt, was "West" bedeutet. Und "West" bedeutet nun nicht mehr dass, was die Anwender der AVR DW EKD bekommen, sondern das, was die Arbeitsrechtliche Kommission DW EKM gerade für richtig hält. Das ist dann allerdings deutlich weniger als das was "im Westen" gezahlt wird.
Wenn wir "West" noch niedriger definieren, dann können wir sogar auf 120% West gehen. 
Und lebten sie glücklich und zufrieden ???