Teile und herrsche - 

Mechanismen im "Dritten Weg"




Dass die "Spielregeln" des Dritten Weges nicht zwischen den Verhandlungspartnern vereinbart - , sondern von der Kirche vorgegeben werden, ist bekannt.
 
Dass die Spielregeln immer dann geändert werden, wenn es der Arbeitnehmerseite gelingt, trotz der eingeschränkten Möglichkeiten eine gewisse Verhandlungsmacht zu erlangen, ist auch nicht neu.

Neu ist aber, dass nach dem Urteil des Bundesarbeitsgerichts, jetzt die Gewerkschaften in den Arbeitsrechtlichen Kommissionen beteiligt werden sollen.

Deshalb wurde in die Ensendeordnung der ARK Diakonie Deutschland folgender Passus aufgenommen:

"Zur Entsendung von Mitgliedern in die Arbeitsrechtliche Kommission sind nur Gewerkschaften und Mitarbeiterverbände berechtigt, die die erforderliche Mächtigkeit haben."

Hier werden "ganz nebenbei" Gewerkschaften und Mitarbeiterverbände auf eine Stufe gesetzt.Und wer "mächtig genug" ist, darf in der ARK mitarbeiten.

Die Bundeskonferenz AGMAV+GA hat bei der Geschäftsstelle der ARK nachgefragt, wie und nach welchen Kriterien die Mächtigkeit der Gewerkschaften und Verbände geprüft wurde. Wir erhielten eine auf den ersten Blick eine erstaunliche Antwort:

"...die Entsendeordnung sieht keine Prüfung der Mächtigkeit durch die Geschäftsstelle der Arbeitsrechtlichen Kommission der Diakonie Deutschland vor. Es dürfte Ihnen bekannt sein, dass es zu dieser Frage ein anhängiges Verfahren vor dem Kirchengericht der EKD in Hannover gibt ..."

Bei genauerem Hinsehen passt diese Antwort aber genau in das Machtschema des Dritten Weges. An einer Verhandlung auf Augenhöhe besteht seitens der Arbeitgeberseite kein Interesse.Wenn jetzt Gewerkschaften beteiligt werden müssen, dann sollen sie eine möglichst schwache Position haben. Deshalb werden sie zuerst mit Mitarbeiterverbänden auf eine Stufe gesetzt und dann wird mit der Formulierung "die die erforderliche Mächtigkeit haben". Ein Kriterium gesetzt, über welches sich die Arbeitnehmerseite nun den Kopf zerbrechen und streiten soll.
Mit Erfolg! Der erste Kirchenerichtsstreit zu diesem Thema läuft. Statt Einigkeit auf der Arbeitnehmerseite sreitet man sich um eine Beteiligung an einem Verfahren, welches man eigentlich gar nicht möchte.

Die Arbeitgeberseite dürfte das freuen.