Erlass einer Richtlinie über die Anforderungen
der beruflichen Mitarbeit in Kirche und Diakonie

 
Trotz Forderungen, mehrfach geäußerter Kritik und Ablehnung durch Mitarbeiter/innen, MAVen und der Gewerkschaft ver.di gegen die Verabschiedung einer solchen Richtlinie hat am 01.07.05 in Berlin der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) diese Richtlinie erlassen. Dieser Erlass der EKD muss erst in den einzelnen Gliedkirchen, z. B. in der Föderation Evangelischer Kirchen in Mitteldeutschland, durch die jeweilige Synode umgesetzt werden.
Als GAMAV sind wir nach wie vor der Meinung, dass die bereits für alle Mitarbeiter/innen bestehenden verbindlichen Regelungen bezüglich der Achtung des kirchlichen bzw. diakonischen Auftrages als Arbeitsgrundlage in kirchlichen Einrichtungen ausreichen.

In den AVR DW EKD § 1 heißt es:

(1) Die dem Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) angeschlossenen Einrichtungen sind dem Auftrag verpflichtet, das Evangelium Jesu Christi in Wort und Tat zu bezeugen. Der diakonische Dienst ist Wesens- und Lebensäußerung der evangelischen Kirche.

(2) Alle in einer diakonischen Einrichtung tätigen Mitarbeiter/innen bilden eine Dienstgemeinschaft. Von den Mitgliedern dieser Dienstgemeinschaft wird erwartet, dass ihr Verhalten innerhalb und außerhalb des Dienstes der Verantwortung für die/den Nächste/n entspricht.

(3) Der diakonische Dienst geschieht im Auftrag Jesu Christi. Wer sich aus anderen Beweggründen zu diesem Dienst bereit findet, ist Mitarbeiter/in mit gleichen Rechten und Pflichten; sie bzw. er muss jedoch die evangelische Grundlage der diakonischen Arbeit anerkennen.

(4) Dem Dienstgeber erwächst aus dem Wesen der Dienstgemeinschaft die Pflicht zur Fürsorge für jede/n einzelne/n Mitarteiter/in.

Christliches Handeln und christliche Lebensäußerung bedürfen keiner Richtlinie und gesetzlichen Vorgaben - die persönliche Überzeugung jedes Einzelnen muss ohne Zwänge wachsen können.

„Nicht die Kirchenzugehörigkeit sollte entscheidend sein, sondern die gelebte Liebe zum Nächsten.“